Was macht man, wenn man mal dringend den Kopf frei bekommen und dem trüben Pfingstwetter in Deutschland entkommen möchte? Ganz klar: in ein Flugzeug steigen und etwa 1700 km nach Nordosten reisen. Finnland ist als Sonnenreiseziel doch sehr naheliegend... oder nicht?
Zugegeben - das verlängerte Wochenende in Helsinki war schon länger geplant, kam aber genau richtig. Dank einer sehr, sehr lieben Gastgeberin konnte ich in den letzten Tagen das tun, was ich am liebsten mache, um mal richtig abzuschalten: aufs Meer schauen und mir die Sonne auf die Nase scheinen lassen.
| Auf Suomenlinna |
Ok, der Samstag hatte auch etwas weniger sonnige Momente...
| Auf Seurasaari |
... aber so viel schlechter doch auch nicht. So bestanden meine Hauptaufgaben in den letzten Tagen aus Ausschlafen (Aufwachen - oh, hell draußen, mal auf die Uhr schauen - erst halb vier? Ich kann noch gar nicht wach sein - Weiterschlafen), gemütlich frühstücken, loslaufen, ans Meer setzen, wohlig seufzen, weiterwandern, wieder hinsetzen, weiterseufzen... herrlich!
| Hurtigruten in Helsinki? Man sagt, sie habe sich verfahren... die kommt doch sonst dort nie vorbei? |
Wenn man genug am Wasser gesessen hat, kann man sich auch auf das Wasser begeben und mit einer Fähre ein bisschen zwischen den Inselchen durchgondeln, sich zum Beispiel auf Suomenlinna abwerfen lassen, dort ein wenig über die Insel laufen und pflichtbewusst ein Minimum an Kultur bewundern - denn immerhin bewegt man sich auf einem UNESCO-Weltkulturerbe. Hier die Inselkirche, die gleichzeitig auch Leuchtturmfunktion hat(te) [kultureller Einwurf Ende].
| DIE Bäume waren klischeemäßig noch ein bisschen kahl - bildeten aber eher die Ausnahme. |
Ein U-Boot liegt da auch herum, aber wir fanden es ehrlicherweise hübscher, den Punkt "Herumliegen" selbst zu übernehmen und - natürlich - wohlig seufzend aufs Meer zu schauen. Kann man bei über 20°C ja auch mal machen.
| Blick nach rechts - finde das Schiff. |
| Blick nach links - finde das Vögelchen. |
Noch ein bisschen über die Insel streifen und den Blick schweifen lassen...
... und auf dem Marktplatz Kauppatori genüsslich ein Eis verspeisen (Zitrone-Lakritz - klingt seltsam, ist aber total lecker. Finde ich zumindest.).
| Wahllos in die Gegend gehaltenes Eis, das schnellstens verspeist werden wollte. |
Und - da kann ich jetzt aber auch wirklich gar nichts für, das war nicht beabsichtigt - wie sollte es anders sein: einer Näherin springt natürlich auch ein entsprechendes Mitbringsel in die Tasche. Gegen Elche, Vodka und sonstige finnische Klischees kann ich mich wehren, als wir aber unvermittelt vor einem Laden standen, der da Marimekko hieß, war es um mich geschehen - und mein Andenken an diese Reise geht als "teuersterStoffdenichjemalsgekaufthabe" in meinen Stoffschrank ein.
| Marimekko-Stoffe - links Lumimarja, rechts Ahonlaita. Rechts oben: Tüte. |
| Nochmal - weil es so schön ist! |
Mission geglückt - Kopf frei! Wie lange war ich weg? Gefühlt mindestens eine Woche - das denkt sich auch Izzy, die sich über meine Arme ausgestreckt hat und immer noch eine Stelle findet, an der ich sie ihrer Meinung nach noch nicht ausgiebig gekrault habe. Das erleichtert das Tippen nicht gerade - insofern schaue ich mir jetzt für den Rest des Tages einfach nur noch mit Izzy meinen Lieblings-Blick aufs Meer an und ignoriere den Schmodder da draußen. War das hier die ganze Zeit so? Und kann ich bitte wieder zurück in den Norden?
Seid lieb gegrüßt








